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20.11.2008
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Ausland
Gedenkfeier für getötete französische Soldaten

Sarkozy hält Afghanistan-Einsatz für unerlässlich

Afghanistan Präsident Karsai und Frankreichs Präsident Sarkozy (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Frankreichs Präsident Sarkozy sagte Afghanistans Präsident Karsai weiteres militärisches Engagement in der Region zu. ]
Nach dem Tod von zehn französischen Soldaten bei Kämpfen mit den Taliban in Afghanistan hat Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy für das weitere Engagement seines Landes in der Region geworben. Bei einem Besuch der französischen Truppen in Camp Warehouse in einem Vorort der Hauptstadt Kabul sagte er: "Die beste Weise, Euren Kameraden die Treue zu halten, ist es weiter zu machen". Sarkozy bezeichnete den Afghanistan-Einsatz als "unerlässlich" im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. "Warum sind wir hier? Weil es hier um einen Teil der Freiheit in der Welt geht", erklärte der französische Staatschef.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai würdigte nach einem Treffen mit Sarkozy die Rolle Frankreichs in seinem Land. "Frankreich ist ein aufrichtiger Freund und wichtiger Unterstützer Afghanistans, und wir sind zutiefst traurig und schockiert", sagte Karsai mit Blick auf den Tod der französischen Soldaten.

Gedenkfeier für getötete Soldaten

Sarkozy war am Morgen in Begleitung von Verteidigungsminister Hervé Morin und Außenminister Bernard Kouchner in Kabul eingetroffen, um an einer Gedenkfeier für die getöteten Fallschirmjäger auf dem NATO-Stützpunkt teilzunehmen. Er habe nach dem Tod der zehn Soldaten unter Schock gestanden, sagte Sarkozy. Dennoch werde er sich weiter dafür entscheiden, den Einsatz französischer Soldaten fortzusetzen. Der französische Präsident sprach in einem Krankenhaus auch mit den Verletzten der Gefechte gegen die Taliban und kehrte am Mittag nach Paris zurück.

Unterdessen verlangte die französische Opposition eine Debatte über das Ziel des Afghanistan-Einsatz. Sozialistenchef François Hollande sagte im Radiosender France Info, die Mission am Hindukusch müsse "neu definiert" werden. Es müsse klargestellt werden, "was unsere Truppen genau in Afghanistan machen und wie lange". Der zivile Wiederaufbau und die Schulung der afghanischen Sicherheitskräfte müssten Priorität bekommen.

Schwere Kämpfe mit Taliban

Bei schweren Kämpfen mit den Taliban waren am Montag und Dienstag im Bezirk Sarobi, rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Kabul, zehn französische Soldaten getötet und 21 verletzt worden. Dabei handelte es sich um den schwersten Verlust der französischen Armee seit einem 1983 verübten Anschlag auf den Stützpunkt Drakkar in Beirut, bei dem 58 Fallschirmjäger getötet wurden.

Karte Afghanistan Kundus Faisabad Kabul Masar-i-Scharif

Frankreich hat rund 3000 Soldaten in Afghanistan stationiert, die meisten davon in der Provinz Kabul, wo auch Sarobi liegt, und in der Provinz Kapisa nordöstlich der Hauptstadt. Seit Beginn des Afghanistan-Einsatzes Ende 2001 waren bislang 14 französische Militärangehörige bei Kampfhandlungen, Anschlägen oder Unfällen ums Leben gekommen. Sarkozy hatte im April entschieden, das französische Truppenkontingent in Afghanistan zu erhöhen.

Beileidsbekundungen aus Deutschland

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung zeigte sich bestürzt über den Tod der französischen Soldaten. ]
Der deutsche Verteidigungsminister Franz Josef Jung zeigte sich bestürzt über den Tod der französischen Soldaten. In einem Brief an seinen Amtskollegen Morin sprach er den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Im Rahmen des ISAF-Einsatzes leiste Frankreich seit Jahren "einen großen Beitrag zur Stabilität und friedlichen Entwicklung in Afghanistan".

Stand: 20.08.2008 13:29 Uhr
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