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20.11.2008
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Spekulationen um Postenvergabe

Wer wird Vize-Obama?

Auf dem Parteitag der Demokraten spricht heute in einer Woche die Person, die Barack Obama als Vizepräsidenten möchte. Wer das allerdings ist, das gehört bislang zu den bestgehüteten Geheimnissen in den USA. Nur eines ist schon klar: wer die Kunde als Erster erhält.

Von Anna Engelke, NDR-Hörfunkstudio Washington

Die Spannung steigt, denn bereits am nächsten Montag beginnt der Parteitag in Denver. Deswegen spekulieren und raten alle fleißig, mit wem an seiner Seite Barack Obama in den Endspurt im Rennen um das Weiße Haus gehen wird. Vor- und Nachteile von knapp einem Dutzend möglichen Kandidaten werden abgewogen.  

Nur eines ist bisher klar: Wenn alles so läuft, wie Obama das gerne möchte, dann werden seine Unterstützer die Nachricht als erste bekommen - und zwar als SMS auf dem Handy: Seit über einer Woche können sich Obama-Fans registrieren lassen, um per Handy als erste zu erfahren, auf wen die Wahl gefallen ist. Wann aber nun diese SMS kommt, heute, morgen oder doch erst am Wochenende - das haben die Wahlkampfstrategen nicht verraten.

Barack Obama auf einer Wahlkampfveranstaltung in Raleigh (Foto: AP) [Bildunterschrift: Vize schon gefunden? Barack Obama auf einer Wahlkampfveranstaltung in Raleigh ]

Weiß nicht einmal der Auserwählte Bescheid?

Die Entscheidung soll jedoch bereits gefallen sein - das meldet zumindest die "New York Times". Auf wen, das weiß die Zeitung nicht. Das weiß nur ein ganz kleiner Zirkel um Obama. Selbst der oder die Auserwählte soll noch nicht Bescheid bekommen haben. Niemand soll sich verplappern. Das hat der demokratische Präsidentschaftskandidat bisher auch nicht getan. Zum Thema Vize gibt es von Obama nur Allgemeines: "Ich will jemand mit Integrität und Unabhängigkeit. Er oder sie soll mir sagen, wenn ich falsch liege."

Diese Erklärung hört sich gut an, hilft aber bei der Frage: "Wer wird denn nun Vize?" kein Stück weiter. Letztlich hängt es davon ab, welche Stärken Obamas Stellvertreter haben soll. Will der 47-Jährige jemanden, der sich exzellent auskennt in der komplizierten Welt von heute? Gerade mit Blick auf die Krise zwischen Georgien und Russland ist für viele Menschen in den USA außenpolitische Erfahrung wieder wichtiger geworden. Die große Mehrheit der Wähler traut dem Republikaner John McCain in diesem Punkt wesentlich mehr zu als Obama.

Obama und McCain Dossier: Weitere Meldungen US-Wahl Alles über das Rennen ums Weiße Haus [mehr]

Ein Vize für die Außenpolitik

Der könnte also versuchen, diese Scharte mit einem ausgewiesenen Experten für Außenpolitik auszuwetzen. Ein solcher Kandidat wäre zum Beispiel der frühere US-General Wesley Clark oder der Vorsitzende des Auswärtigen Senatsausschusses, Joe Biden. Der 65-Jährige hat aber neben seinem außenpolitischen Wissen auch einige Nachteile. Er redet sich gerne mal um Kopf und Kragen und sitzt bereits seit 35 Jahren im US-Senat. Passt ein solcher Vizepräsident zu Barack Obama, der mit dem Schlagwort "Change", also Wechsel für sich wirbt. Obama selbst gibt die Antwort: „Ich will jemanden, der meine Vision von einem fundamentalen Politikwechsel im Land und in Washington teilt.

Gut möglich, dass Obama deshalb auf einen erfahrenen Gouverneur an seiner Seite setzt. Einer, der weiß, wie man einen US-Bundesstaat managt, der politisch eher in der Mitte ist, der bei weißen Arbeitern gut ankommt und der in seinem Heimatstaat den Republikanern Stimmen wegnehmen kann. Hier fallen immer wieder die Namen Tim Kaine aus Virginia, Evan Bayh aus Indiana und Bill Richardson aus New Mexico.

Hillary, Liebling der Basis

US-Demokraten Barack Obama und Hillary Clinton (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Hillary Clinton war im Kandidatenrennen der US-Demokraten Zweite hinter Barack Obama, gilt aber nur als Außenseiterin für den Vizeposten. ]
Und was ist mit Hillary Clinton? Der Zweitplatzierten im außergewöhnlichen Vorwahlkampf der Demokraten? "Ich bin sicher, dass jeder Hillary auf dem Zettel hätte" - das sagte Obama Ende Januar auf die Frage nach dem vermeintlichen Traumpaar Obama/Clinton. Die meisten winken inzwischen jedoch ab und sagen: Die Chemie zwischen den beiden stimmt schlicht nicht und Hillarys Mann Bill ist unberechenbar. Die demokratischen Wähler sehen das allerdings anders. Den Umfragen nach sind sie eindeutig für Hillary Clinton als Vizepräsidentin.

Stand: 20.08.2008 04:26 Uhr
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