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Der ehemalige Senator von Pennsylvania, Santorum, hat überraschend deutlich die Vorwahlen der Republikaner in den US-Staaten Minnesota, Missouri und Colorado gewonnen. Dennoch bleibt sein innerparteilicher Konkurrent Romney Favorit im Kampf um die Kandidatur für das höchste US-Staatsamt.
Von Klaus Kastan, BR-Hörfunkstudio Washington
[Bildunterschrift: Romney gratulierte Santorum - und schaut bereits auf die nächsten Vorwahlen. ]
So hört sich ein Verlierer an: "Das war eine gute Nacht für Rick Santorum. Herzlichen Glückwunsch, Senator! Wir wünschen ihm das Beste. Aber ich erwarte, dass ich am Ende mit Eurer Hilfe der Kandidat sein werde!" Da lachte Mitt Romney, und seine Anhänger freuten sich.
Aber die aufmunternde Rede ihres Favoriten war dann auch das einzig Positive für das Lager des früheren Gouverneurs von Massachusetts. Die Vorwahlen in Missouri, Minnesota und Colorado endeten für den Favoriten für die republikanische Präsidentschaftskandidatur mit einem Debakel. In Minnesota landete Romney abgeschlagen nur auf Platz drei, musste sich sogar dem Wirtschaftsliberalen Ron Paul geschlagen geben. Und in Missouri hatte Santorum sogar einen Vorsprung von 30 Prozent gegenüber Romney. Und sogar in Colorado lag am Ende Santorum vorne.
Da war der Jubel unter den Anhängern des Siegers groß: "Das konservative Gedankentum lebt, und es geht ihm gut in Missouri und Minnesota", so der Sieger des gestrigen Abends. Dass er am Ende sogar in Colorado besser als erwartet abgeschnitten hat, kam sogar für ihn überraschend.
Der Erfolg des erzkonservativen Rick Santorum hat einen klaren Grund: Alle drei Bundesstaaten, in denen gewählt wurde, haben einen überdurchschnittlich hohen Bevölkerungsanteil evangelikaler Christen. Und diesen Wählern ist Romney zu liberal, sie werfen ihm seine Wankelmütigkeit vor, vor allem, dass er bei gesellschaftspolitischen Fragen wie der Abtreibung oder der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare nicht schon immer ein erklärter Gegner war.
[Bildunterschrift: Konnte bislang vier Siege für sich verbuchen: Rick Santorum ]
Diese sehr konservativen Wähler standen jetzt vor der Wahl, sich entweder für Newt Gingrich, den Sieger der Vorwahl von South Carolina, oder für Rick Santorum zu entscheiden. Am Ende war vielen dieser Wählergruppe Gingrich zu unseriös. Immer mehr evangelikale Christen schlugen sich schließlich auf die Seite des tiefgläubigen Katholiken Santorum. Und der bekam letztendlich auch die Unterstützung aus dem Lager der Tea-Party-Bewegung.
Kein Wunder, dass er auch diese radikale Gruppe in seiner gestrigen Siegerrede nicht unerwähnt ließ: "Das war heute Nacht ein Sieg für die konservativen Stimmen in unserer Partei und auch für die Tea-Party-Leute, die jeden Tag hart gearbeitet haben, um eine konservative Bewegung an der Basis unserer Partei aufzubauen und sie haben ihre Stimme erhoben für die Freiheit in diesem Land."
Allerdings: Im Gegensatz zu den zurückliegenden vier Vorwahlen sind die gestrigen Abstimmungen nicht bindend. In Missouri muss noch eine zweiter Urnengang stattfinden, und in Minnesota und Colarado werden die Delegiertenplätze für den republikanischen Nominierungsparteitag im Sommer erst auf Parteitagen vergeben. Doch an der Grundtendenz der Vorwahlen dürfte das nichts ändern. Aber: Trotz des schlechten Abschneidens bleibt der politisch gemäßigte Mitt Romney Favorit für die Präsidentschaftsbewerbung im konservativen Lager.
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