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Überraschende Entwicklungen im US-Vorwahlkampf der Republikaner: Nach einer neuen Stimmenauszählung hat nicht Romney, sondern Santorum die Vorwahl in Iowa knapp gewonnen. Außerdem steigt der Texaner Perry aus dem Rennen aus. Beides sind keine guten Nachrichten für den Spitzenreiter Romney.
Von Sabine Müller, HR-Hörfunkstudio Washington
Um 11 Uhr 15 Ortszeit war Rick Perrys Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur vorbei: Er sehe keinen realistischen Weg vorwärts mehr für sich in diesem Rennen und mache daher einen strategischen Rückzieher, so der texanische Gouverneur.
[Bildunterschrift: Zieht sich aus dem Rennen zurück: Rick Perry ]
Perrys Ausstieg macht das republikanische Rennen nochmal deutlich spannender. Denn bisher war der konservative Parteiflügel der Republikaner gespalten: Es gab zu viele konservative Kandidaten, auf die sich die Stimmen verteilten. Davon profitierte der eher moderate Spitzenreiter Mitt Romney - er gerät jetzt stärker unter Druck. Zumal er bereits eine schlechte Nachricht verkraften musste: Laut endgültiger Stimmauszählung hat nicht er die erste Vorwahl in Iowa ganz knapp gewonnen, sondern sein Rivale Rick Santorum.
Damit kommt Romney eine seiner Kern-Botschaften abhanden: dass er als Sieger der ersten beiden Vorwahlen sozusagen schon der natürliche Kandidat der Republikaner ist. "Das hört sich jetzt anders an", frohlockt Santorums Pressechef Hogan Gidley auf CNN. Nämlich: Es gab zwei Vorwahlen und zwei Sieger.
Das Romney-Lager schaut jetzt mit verstärkter Sorge auf die Vorwahl in South Carolina am Samstag. Dort liegt Romney in den Umfragen zwar noch vorn, verlor zuletzt aber an Boden. Sicher auch deshalb, weil die Angriffe seiner Rivalen auf ihn immer schärfer werden.
[Bildunterschrift: Die Angriffe der Rivalen werden schärfer: Mitt Romney ]
Zuletzt ging es vor allem um die Frage, wie viel Steuern der Multimillionär Romney eigentlich zahlt. Romney müsse seine Steuererklärung offenlegen, fordern die Rivalen, damit die Bürger wissen, wie er sein Geld verdient. Unter Druck hat Romney inzwischen erklärt, sein Steuersatz liege bei etwa 15 Prozent.
Das ist deutlich weniger, als der durchschnittliche Lehrer oder Bauarbeiter zahlt, weil in den USA die Steuern auf Kapitalerträge viel niedriger sind als die auf Einkommen. Damit sollen Investitionen gefördert werden. Dafür machen sich normalerweise besonders die Republikaner stark, aber im Kampf gegen Romney ist ihnen jedes Argument recht. Jetzt riechen die Konkurrenten Blut im Wasser, sie sehen Romney als angeschlagen - für die nächsten Fernseh-Debatten der Kandidaten werden heftige Duelle erwartet.
[Bildunterschrift: Newt Gingrich (re.) und Mitt Romney während einer Fernsehdebatte im Dezember. ]
Besonders Newt Gingrich hat viel zu gewinnen: Er liegt in South Carolina laut Umfragen zurzeit nur knapp hinter Romney und hat in den vergangenen Tagen schon verbal dick aufgetragen. "Ich bin der einzige Konservative, der eine realistische Chance auf die Nominierung meiner Partei hat", sagte Gingrich vor einigen Tagen. Jede Stimme für Santorum oder Perry helfe nur Romney.
Gingrichs Botschaft an seine konservativen Konkurrenten lautete: Sie sollten sich aus dem Rennen zurückziehen, damit der konservative Parteiflügel sich hinter einem Kandidaten versammeln kann. Perry hat das jetzt getan und dabei gleichzeitig bekannt gegeben, dass er nun Gingrich unterstützt, denn der sei ein konservativer Visionär, der das Land verändern könne.
Santorum dagegen sagt, er denke gar nicht an einen Ausstieg. Er wirft Gingrich Arroganz und Größenwahn vor. Es wird interessant sein zu sehen, wo die Stimmen der Perry-Unterstützer jetzt hingehen: wie empfohlen zu Gingrich oder zu Santorum - oder vielleicht doch an den vierten Mann, der noch im Rennen ist: der libertäre Ron Paul.
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