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Der Erfolg der Piratenpartei klingt bei ihnen nach dem Gesang der Buckelwale. Oder wie eine extreme Low-Tempo-Technovariante ohne Beats: Der Künstler Anselm Venezian Nehls und die Bielefelder Forschungsgruppe CITEC wandeln der Nachrichtenstrom auf Twitter in Töne um. "Sonifikation" nennen sie ihre Methode, bei der einzelne Schlagworte aus Twitter-Nachrichten durch unterschiedliche Töne repräsentiert werden. Je mehr Nachrichten das Schlagwort enthalten, desto deutlicher wird der Ton.
Als "akustische Grafiken" erklärt Forscher Dr. Thomas Hermann diese Form der Repräsentation von Daten. Und die seien nicht nur bloßer Zeitvertreib: "Für Blinde könnte so etwas sinnvoll sein", sagt er in einem Interview mit DeutschlandradioKultur. Dort experimentiert die Sendung "Breitband" seit einiger Zeit mit den Sonifikationen von Nehls und Hermann. "Sie forschen dabei aktiv am Zusammenspiel von ästhetischer Vielfalt und informativer Deutlichkeit", heißt es. So spannend diese Beschreibung klingt: Wer die bisherigen Beispiele der "Sonifikationen" von Nehls und Hermann hört, kann deren Praxistauglichkeit zur Nachrichtenvermittlung nicht sofort erlauschen.
Insofern scheint es passender, dass Nehls und Hermann ihr Projekt nun (noch) nicht beim Deutschen Gehörlosen-Bund vorstellen, sondern im Rahmen eines "Elektroakustischen Salons" im Berliner Club "Berghain", wo sonst Techno-Bässe dröhnen. Gleichzeitig schalten sie am Dienstagabend ihre neu gestaltete Website Tweetscapes frei - ein Surftipp für alle, die sich für das Konzept der Sonifikatoren interessieren, aber die Begegnung mit ebenfalls anderen im "Berghain" auftretenden Tonexperten wie dem "Radikalgeiger Jon Rose" und dem "Noise-Ökologen Francisco Lopez" lieber vermeiden möchten.
#tweetscapes - aus dem Labor
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